Kampfkunst & Gewaltprävention -
eine philosophische Debatte

Der Verein, der das Ki-Dojo betreibt, hat sich in seiner Satzung das Ziel gesetzt:
“Die bewegungsorientierte Arbeit im Rahmen von Kampfkunst in Verbindung mit Gewaltprävention zu fördern.”

Mit den  laufenden Trainings und insbesondere gezielten Gewaltpräventions-Projekten  setzt der Verein diesen Zweck um.

Auf den ersten Blick klingt der Vereinszweck paradox: Kann denn eine Kunst, die die Verbesserung im Kämpfen lehrt, überhaupt gewaltpräventiv sein? Verhindert das Lernen von Kampfkunst die Entstehung von  Gewalt? Ist das wirklich so? Wieso und unter welchen Bedingungen?

Wir wollen der Frage mit einer  Diskussion aus der Praxiserfahrung nachgehen und haben zur Anregung der Debatte auf der Seite Links von Wissenschaftlern zu dem Thema zusammengestellt, die wir mit den eigenen Erfahrungen kontrastieren wollen. Wer mitdiskutieren mag, kann ein Diskussionspapier an den Vorstand über info@kidojotuebingen.de schicken. Es wird an dieser Stelle mit veröffentlicht.

Den ersten Diskussionbeitrag von Uwe von Bescherer, einem Kampfkunsttrainer im Ki-Dojo mit 40-jähriger Erfahrung aus der Praxis, gibt es im folgenden als pdf.

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Beitrag 1

Kampfkunst und Gewaltprävention – passt das zusammen?

Kidojo-Diskussionspapier
Eine Erörterung von Uwe von Bescherer, Vereinstrainer im Kidojo
2016.

Sein Fazit:
“Prävention ist Intervention. Die erfolgreiche Vermittlung des dargestellten gewaltpräventiven Ansatzes hängt einzig vom Trainer bzw. der Trainerin ab. Leider interessieren sich die meisten dieser Verantwortlichen wenig für das Thema. Als Praktiker der Kampfkünste wie auch des Kampfsports sollten wir aber nicht die Chance verpassen, uns in die immer breiter werdende öffentliche Diskussion über die Verbindung von Kampfkunst und Gewaltprävention einzuklinken.  Gewaltpräventive Kampfkunst – so absurd diese Verbindung erst einmal klingt – ist machbar. Sie ist attraktiv, notwehrtauglich und in der Lage, einen elementaren, grundlegenden Beitrag zur Realisierung einer friedfertigeren Welt zu leisten. ”

hier das pdf

Das Ki-Dojo im Stadtviertel Loretto ist ein Sport- und Bewegungsraum für viele Tübinger, darunter rund 300 Jugendliche. Seit nunmehr 20 Jahren ist das Ki-Dojo ein Ort, an dem erfolgreiche Gewaltprävention und friedliche Kampfkunst praktiziert werden. Außerdem dienen die Räume verschiedenen Tübinger Schulen und gemeinnützigen Vereinen als Übungsräume. Der Verein für Kampfkunst und Gewaltprävention e.V. setzt sich für den Erhalt des Ki-Dojo ein. Helfen Sie uns mit einer Spende oder werden Sie Mitglied!